Wolfgang Kil Architekturkritiker und Publizist

Foto: W. Kil
Hansestolz trifft Sowjetmoderne
Riga postmodern: Zwischen Rathaus und Okkupationsmuseum verschwimmen die Epochen
1993 begann eine private Stiftung mit dem Aufbau eines „Lettischen Okkupationsmuseums“ über die Zeit sowjetischer und deutscher Besatzung. Ob man den modernistischen Solitär überhaupt erhalten soll, darüber gehen die Meinungen bis heute auseinander, zumal die Wiederkehr des Schwarzhäupterhauses nun alle stadträumlichen Logiken ad absurdum geführt hat: In seltener Radikalität stehen sich jetzt zwei Stadtideen gegenseitig im Weg.
Zirkus in Chisinau, Foto: W. Kil
Brutalismus in Russland, Zentralasien und Kaukasus?
Passagen eines Interviews
Für den Katalog der Ausstellung „SOS Brutalismus. Eine internationale Bestandsaufnahme“ (2017) hat Oliver Elser vom Deutschen Architekturmuseum Franfurt/M. mit Wolfgang Kil ein Interview über einige Hintergründe im Architekturschaffen der "späten" Sowjetunion geführt.
Plac Grundwaldzki, Foto: W. Kil
Von Breslau nach Wroclaw
Breslau war bei Kriegsende eine der am schwersten zerstörten Städte Europas. Am 6. Mai 1945 unterschrieb der Festungskommandant die Kapitulation. Wenige Tage später setzten unter neuer, nun polnischer Verwaltung die Aufräumarbeiten ein. Den Beschlüssen von Jalta und Potsdam folgend, begann der Bevölkerungsaustauch unverzüglich. Etwa 300.000 noch verbliebene Deutsche mussten Stadt und Region gen Westen verlassen. Polnische Neubürger, ihrerseits vielfach Vertriebene aus Ostpolen, aus Wilna oder dem zerstörten Warschau, standen nicht nur vor einer Trümmerwüste, sondern in einer ihnen völlig fremden Stadt.
Primorsko, Foto: W. Kil
Zwei Städte, eine Geschichte
Petersburger Skizzen
Russlands „Hauptstadt des Nordens“ hat ein Jahrhundert der extremen Brüche, Tragödien und Verwerfungen hinter sich. Und diese Geschichte wird nicht verdrängt. Wer die Stadt in den Jahren 1924 bis 1990 meint, spricht von Leningrad. Mit diesem Namen sind die prägenden Erfahrungen mehrerer Generationen umschrieben, besonders eindringlich darin aufgehoben der II. Weltkrieg, vor allem das Trauma der 900 Tage der deutschen Blockade, die eine Million Menschenleben forderte, die meisten verhungert oder erfroren.
Город герой. Foto: W. Kil
Два города, одна история
Hа долю «Северной столицы» выпал целый век тяжелейших испытаний, трагедий и лишений. И это прошлое до сих пор не вытеснено из памяти. Говоря о городе в период с 1924 по 1990 год, мы называем его Ленинградом. С этим именем связан тяжелый опыт многих поколений. Особое место занимает здесь период Второй мировой войны, страдания, пережитые с 1941 по 1944 год, 900 дней блокады, унесшие миллион жизней, миллион погибших от голода и холода.
Foto: W. Kil
Terrain großer Hoffnungen
Warschau boomt auch ohne Europameisterschaft. Jedenfalls diesseits der Weichsel, in der westlichen Stadthälfte, seit altersher Ort für Regierung, Handel und Kultur. Auf der anderen Seite, im Stadtteil Praga, richten sich alle Hoffnungen auf das neue Nationalstadion: ein gewaltiges Ufo, das am wilden Ostufer gelandet ist. Ein Reisebericht.
Foto: Wolfgang Kil
Moderne oder Sezession?
Eindrücke vom 19. Wiener Architekturkongresses „Sowjetmoderne 1955-1991“
Irgendwann stand auf der Bühne ein Moskauer Architekt, quicklebendig mit seinen 85 Jahren, und erzählte aus seinem Leben. Von der berühmten Rede im Dezember 1954, in der Nikita Chruschtschow die Ausschweifungen der stalinistischen Architektur verurteilte und die Hinwendung zum industriellen Massenbau verkündete, habe er morgens aus der Zeitung erfahren.
Foto:Wolfgang Kil
Europas Mitte weit im Osten
Košice – die kaum bekannte Kulturhauptstadt
Ja, es stimmt, Košice ist nicht ganz leicht zu erreichen. Immer noch ist die Fahrt über Budapest kürzer als über Bratislava. Doch wenn sie dann in ihrem weiten Talkessel vor einem auftaucht, ist die Stadt einfach schön. Nach Norden sanft bewaldete Berge, im Süden die pannonische Ebene, wo der Tokajer wächst: Hier, wo die Slowakei an Polen, die Ukraine und Ungarn grenzt, hat die ungemein reizvolle Region zwischen Tatra und Karpaten ihr urbanes Zentrum.